Bügeln und mein inneres Kind – ein interessanter Zusammenhang

Ich bügele für mein Leben gerne. Schon immer. Am liebsten Baumwollsachen oder Leinen, draußen in der Sonne getrocknet, leicht angefeuchtet und dann das heiße Bügeleisen darüber gleiten lassen. Der Dampf, die Wärme, der Duft von frischer Wiesenluft, Sonne, gut riechendes Waschpulver und die Geschichte eines jeden Kleidungsstückes auf mich wirken lassen. Gebügelt wurde nur bei Musik und sonst niemand in der Nähe. Also Bügeln und Ratschen geht nicht. In der Stille, mit Hintergrundmusik, voller Wäschekorb und ich alleine am Bügelbrett oder an der Bügelmaschine. Ich bügelte für unsere Urlaubsgäste, meine Eltern, Geschwister, später für meine Schwester und ihren Kindern. Es geht so gar das Gerücht, dass ich früher Socken gebügelt habe. Nur so ein paar Beispiele, dass Bügeln halt meine Haushaltsleidenschaft Nummer 1 war.

Einmal las ich in der Zeitung ein Stellenangebot für eine Büglerin in einem Kloster in Oberbayern. Ich hab mir wirklich ernsthaft vorgestellt, wie schön so ein Job sein müsste. Den ganzen Tag bügeln, traumhaft.

Eigentlich habe ich mir nie darüber Gedanken gemacht, warum ich so gerne bügele, schließlich hat ein jeder irgendeinen “Tick”. Bis zu meiner Ausbildung „systemisch-karmische Aufstellungsarbeit“ in Jahr 2013. Der Block Inneres Kind war dran. Wie immer am Vormittag die Theorie und am Nachmittag mussten wir es selber „erfahren“ und üben. Von einer Mitschülerin wurde ich mit einem bestimmten Anliegen rückgeführt in meine Kindheit.

Ich sah mich in meinem Elternhaus, im Schlafzimmer, welches ich mit zwei meiner fünf Geschwister teilte, und das nächste Bild war das in unserem damaligen Bügelzimmer, das für mich ein sehr wichtiger Ort war – da konnte ich alleine sein und „hatte meine Ruhe“.

Es hat sich herausgestellt, dass ich von meiner Persönlichkeit her gerne unter Leuten bin, aber regelmäßig allein sein muss. Wenn nicht, dann führt das bei mir zu Unruhe und Stress. Alleine sein war bei uns daheim schwierig, denn Eltern, Opa, 5 Geschwister und das ganze Jahr hindurch Gästen in unserer Pension waren wir immer um die 35-40 Leute.

Mein Unterbewusstsein/Seele – wie immer man das nennen will – hat sich aber Ausgleich geholt, sich selbst selber den einzigen Raum ausgesucht, wo ich wirklich längere Zeit ungestört sein konnte.

Eine starke Leistung meiner Seele! Ich verstehe meine Bügelleidenschaft jetzt noch viel besser, den das Bügeln war für mich immer wie „Heimkommen zu mir selbst“.

3 Kommentare zu „Bügeln und mein inneres Kind – ein interessanter Zusammenhang

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